Auf Durchzug schalten: Wie Sie verstopfte Nasennebenhöhlen schnell frei bekommen können

Ehemals Sinusitis-Betroffener lüftet sein Geheimnis!

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Die chronische Form der Nasennebenhöhlenentzündung hat wahrlich viele Facetten. Während der eine Betroffene unter Druckschmerzen und Schwindelgefühlen leidet, hadert ein anderer vor allem mit Geschmacks- und Geruchsbeeinträchtigungen.

Häufiger als gemeinhin gedacht, tritt die Nebenhöhlenentzündung ohne Schnupfen auf, also ohne eine verstärkte Sekretabsonderung. Was die meisten Beschwerdebilder im Bereich der Nasennebenhöhlen allerdings vereint, ist eine verstärkte Anschwellung der Nasenschleimhaut, was zum Gefühl von verstopften Nebenhöhlen führt.

Endlich wieder durchatmen

In diesem Blogbeitrag möchte ich daher einmal ein paar ausgewählte Möglichkeiten vorstellen, wie Sie Ihre Nebenhöhlen frei bekommen können. Dabei soll es vor allem darum gehen, eine möglichst umgehende Verbesserung zu erreichen. Grundsätzlich sollte das Ziel als Betroffener natürlich sein, seine Erkrankung ursächlich in den Griff zu bekommen.

Einige der nachfolgend vorgestellten Ansätze dienen in erster Linie zur kurz- oder mittelfristigen Linderung der Symptome einer geschwollenen Schleimhaut, in den meisten Fällen beseitigen sie jedoch nicht die eigentliche Ursache der chronischen Sinusitis (Wie Sie die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ursächlich heilen können, erfahren Sie in meinem umfassenden Sinusitis Heilen Ebook). Nichtsdestotrotz können die gleich näher beschriebenen Methoden zumindest den Weg zur nachhaltigen Heilung ebnen, indem sie für eine bessere Belüftung der Nasennebenhöhlen und somit in der Regel auch für mehr Wohlbefinden sorgen. Zudem können auf diese Weise indirekt die Erfolgsaussichten anderer Therapieansätze verbessert werden.

Was führt zu verstopften Nasennebenhöhlen?

Die Ursachen einer verstopften Nase können sehr vielfältig sein. In einigen Fällen führt ein Infekt zu vermehrtem Sekretstau. Allerdings kann es auch bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ohne Schnupfen sehr schnell zu einer gestörten Nasenatmung durch das Anschwellen der Schleimhaut kommen. In den Sommermonaten ist eine Pollenallergie eine häufig vermutete Erklärung, aber auch andere Allergien, wie etwa eine Tierhaarallergie, eine Hausstauballergie oder auch eine sogenannte ASS-Intoleranz können die Nase zuschwellen lassen. Bei einer gereizten Nasenschleimhaut können selbst kleinste Partikel in der Luft eine Entzündung hervorrufen. In diesem Fall reagiert die Schleimhaut extrem empfindlich auf äußere Einflüsse, wie trockene oder verschmutzte Luft oder auch Hitze bzw. Kälte. Nicht zu vergessen sind zudem hormonelle Veränderungen während dem Schwangerschaftsbeginn

Auch stärkere psychische Belastungen, die ebenfalls eine höhere Empfindlichkeit der Schleimhäute fördern können. Darüber hinaus kommen auch die Antibabypille oder ein abschwellendes Nasenspray, das wohl das meistverschriebene der klassischen Nasennebenhöhlenentzündungs-Medikamente ist, als Auslöser in Frage.

verstopfte Nasennebenhöhlen

Es sind also verschiedenste Reize, die zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut und insbesondere der Nasenmuscheln über eine Erweiterung der Blutgefäße führen können. Das Verständnis für diesen Mechanismus der Erweiterung und Verengung der Blutgefäße ist sehr wichtig. Sehr gut greifbar werden die Vorgänge am Beispiel der Nasenspray-Sucht.

Im Teufelskreis der Nasenspray-Abhängigkeit bewirkt das abschwellende Nasenspray zunächst ein Zusammenziehen der Blutgefäße und eine geringere Blutzufuhr. Dies hat zur Folge, dass die Schleimhaut abschwillt und der Anwender kurzzeitig freier atmen kann. Wird das Nasenspray nun über eine längere Zeit eingesprüht, trocknet die Nasenschleimhaut aus und der Körper versucht dem mit einer höheren Blutzufuhr entgegenzuwirken. Dadurch schwillt die Nase wiederum an. Mit dem erneuten Griff zum Nasenspray ersehnt sich der Betroffene einen angenehmeren Zustand.

Nach rund zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit abschwellendem Nasenspray ist man dann meist bereits in diesem Kreislauf gefangen. Die Wahrscheinlichkeit, diesem zu entkommen, kann man durch die Befeuchtung der Schleimhaut, beispielsweise in Form eines Nasenöls erhöhen. Auf eine trockene Nasenschleimhaut reagiert der Körper, wie beschrieben, mit erhöhter Blutzufuhr. Wird die Schleimhaut allerdings ausreichend befeuchtet, ist eine verstärkte Blutzufuhr nicht notwendig. Aus meiner Sicht ist demzufolge nicht nur im Rahmen einer Nasenspray-Sucht, sondern grundsätzlich wenn die Nasennebenhöhlen zu sind, eine Kombination aus befeuchtenden Anwendungen und stärker abschwellend wirkenden Mitteln sehr sinnvoll, um für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.

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Ausgewählte Methoden um die Belüftung der Nebenhöhlen zu verbessern

Die Solevernebelung

Solevernebelung

Sind die Nasennebenhöhlen zu, kann oftmals schon eine einfache Nasenspülung helfen (Details zur richtigen Anwendung finden Sie auch in meinem kostenlosen Ratgeber). In diesem Beitrag möchte ich auf diesen weitverbreiteten Ansatz allerdings nicht näher eingehen, sondern vielmehr eine ähnliche und dennoch sehr besondere Methode näher beschreiben.

Es handelt sich dabei um eine spezielle Form der Inhalation, die bei zahlreichen Betroffenen erfahrungsgemäß eine sehr wohltuende Wirkung erzielt: Die Solevernebelung.

Wie schon unsere Großeltern wussten, helfen bei Atemwegserkrankungen salzhaltige Inhalationen. Allerdings wird eine entsprechende Wirkung nicht durch das einfache Auflösen von Salz in heißem Wasser erreicht, sondern vielmehr über die Vernebelung der Salzlösung, beispielsweise mittels Ultraschall. Einige von Ihnen kennen möglicherweise bereits das Pari Sinus Inhalationsgerät, das mit einer solchen Vernebelung arbeitet. An dieser Stelle möchte ich aber im Speziellen auf die noch intensivere Anwendung in einem Solevernebelungsraum zu sprechen kommen, den man in manchen Salzgrotten findet.

Dort wird versucht ein Mikroklima zu erzeugen, das demjenigen am Meer noch näher kommt als in einer herkömmlichen Salzgrotte ohne Vernebelung. Durch Mikrovernebelung entsteht eine salzhaltige Luft, die sich als feiner Nebel im Raum ausbreitet. Die in den Aerosolen gelösten Salzpartikel können somit besonders gut in die Nebenhöhlen vordringen und über Lunge und Haut aufgenommen werden. Dadurch wird vermehrt Flüssigkeit gebildet und der Schleim stärker gelöst. Medizinisch Anerkannt ist zudem die entzündungshemmende Wirkung der Salz-Wasser-Lösung. In der Folge soll die Belüftung grundsätzlich deutlich gebessert werden.

Einige Leser berichteten sogar, dass sie allein mit der konsequenten Solevernebelung über mehrere Wochen hinweg ihre chronische Nasennebenhöhlenentzündung heilen konnten und nun seit mehreren Monaten beschwerdefrei sind. Auch wenn dies mit Sicherheit nicht die Regel ist, zeigt es sehr schön, welches Potenzial in dieser Behandlungsmethode steckt.

Entspannung

In einer Solevernebelungskammer wird meist mit einer etwa 5-10 prozentigen Salzlösung gearbeitet, bei klassischen Inhalationsgeräten liegt der Salzgehalt im Vergleich bei rund 1 Prozent. Gerade vor dem Hintergrund der relativ überschaubaren Kosten von etwa 10€ pro Sitzung, kann es für viele Betroffene eine interessante Option sein. Zumal das Risiko möglicher Nebenwirkungen im Vergleich mit klassischen Nasennebenhöhlenentzündungs-Medikamenten zu vernachlässigen ist. Besonderer Vorteil: Diese Methode bietet die zuvor erwähnte sinnvolle Kombination aus Befeuchtung und Abschwellung.

Ätherische Öle

Eine weitere sehr interessante Methode, um verstopfte Nebenhöhlen frei zu bekommen, bieten ätherische Öle. Eine mögliche Anwendungsform ist auch hier die Inhalation, wobei dabei auf die Art und die Konzentration des Öls geachtet werden muss. Sehr zu empfehlen ist beispielsweise japanisches Heilpflanzenöl. Als besonders empfand ich persönlich während meiner Erkrankungszeit die kombinierte Anwendung mit einer leicht hypertonen Nasenspülung. Dabei habe ich die Schleimhaut durch die Inhalation quasi „empfänglicher“ gemacht und im Anschluss daran, für eine länger anhaltende Wirkung, mit der Salzlösung gespült.

Ein sehr wirkungsvolles ätherisches Öl, um die Nasenschleimhaut abzuschwellen, ist zudem das japanische Tigerbalsam, das beispielsweise als TIGER BALM® erhältlich ist. Mit diesem werden die Nasenflügel bestrichen. Für eine noch stärkere Wirkung kann dieser auch vorsichtig unterhalb der Nase aufgetragen werden.

japanisches heilpflanzenöl sinusitis

Es gilt allerdings darauf zu achten, dass die Nasenlöcher und sämtliche Schleimhäute von diesem Öl unberührt bleiben.

Eine Art Geheimtipp in Bezug auf ätherische Öle stellt der Wick Inhalierstift dar. Dieser basiert auf der Inhalation eines Kräuter-Dampfes und ist besonders praktisch für unterwegs. Der Stift wird einfach in beide Nasenöffnungen gehalten, die ätherische Wirkstoffmischung eingeatmet und die Nase dadurch spürbar freier. Dies bestätigen einige Rezensionen von Anwendern in Onlineshops.

Enzymtherapie

Zur Verstärkung der abschwellenden Wirkung auf die Nasenschleimhaut kann beispielsweise auch auf die Enzymtherapie zurückgegriffen werden. Das Enzym „Bromelain“ (z.B. in Bromelain POS®), das aus der Ananaspflanze gewonnen wird, wirkt entzündungshemmend, abschwellend und schleimlösend. Immer mehr HNO-Ärzte empfehlen Bromelain wenn die Nasennebenehöhlen zu sind oder nach einer Nasennebenhöhlenoperation, insbesondere aufgrund der abschwellenden Wirkung, die ich persönlich als sehr gut empfunden habe. Bromelain fliegt eher noch etwas unter dem Radar. Vor allem auch aufgrund des natürlichen Ursprungs stellt die Einnahme von Bromelain jedoch mit Sicherheit einen sehr interessanter Ansatz dar.

Akupressur & Osteopathie

Was viele nicht wissen: Auch die manuelle Therapie kann hilfreich sein, wenn es darum geht, verstopfte Nasennebenhöhlen frei zu bekommen. Eines der möglichen Verfahren aus diesem Therapiebereich stellt die Akupressur dar, die ein wichtiger Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist.

Akupressur und Osteopathie

Bei der Akupressur sollen mithilfe der Ausübung eines stumpfen Drucks auf bestimmte Punkte des Körpers bestehende Energieblockaden gelöst werden. Der besondere Vorteil liegt in der leichten, selbstständigen Durchführung ohne spezielle Hilfsmittel. Bei angeschwollener Nasenschleimhaut rücken fünf Punkte im Gesicht in den Fokus.

Das Naturheilkunde- und Naturheilverfahren-Fachportal von Heilpraxisnet.de empfiehlt, mehrmals täglich die Falte zwischen den Augenbrauen mit Daumen und Zeigefinger für etwa 20 Sekunden zusammenzudrücken.

Zwei weitere Punkte befinden sich links und rechts auf der Nase, an der Stelle an der die Brille normalerweise sitzt. Diese werden für ebenfalls 20 Sekunden mit den Zeigefingern massiert. Dasselbe führen Sie abschließend an den beiden Punkten links und rechts neben den Nasenlöchern durch.

Neben der Akupressur bietet auch die Osteopathie interessante Wege für eine freiere Atmung an. Einen speziellen Griff einer Osteopathin zur schnellen Befreiung der Nase, hat eine ehemals Nasenspray-Abhängige in einem Forum beschrieben. 

Wie sie selbst sagt, konnte dieser “Trick“ sie vom regelmäßigen Nasenspray-Konsum befreien. Manche Betroffene berichten im Zusammenhang mit der Osteopathie sogar davon, wie sie dank eines erfahrenen Osteopathen ihre langjährige chronische Nasennebenhöhlenentzündung heilen konnten.

Mikronährstofftherapie

Grundsätzlich ist dieser Themenbereich hinsichtlich der Wirkung im Rahmen einer geschwollenen Nasenschleimhaut noch eher wenig erforscht. Allerdings gibt es interessante Erkenntnisse zu bestimmten Mikronährstoffen, die selbst bei einer Nasennebenhöhlenentzündung ohne Schnupfen eine gute Alternative zu herkömmlichen Medikamenten wie Kortison sein können.

MSM (Methylsulfonylmethan) ist ein organischer Schwefel, der natürlicherweise sowohl in der Natur als auch im Körper vorkommt. Ferner ist MSM ein Metabolit von DMSO, einem registrierten Arzneimittel. Allgemein bekannt ist MSM als Nahrungsergänzungsmittel, das vor allem gegen (chronische) Schmerzen eingesetzt wird und darüber hinaus wichtige Entgiftungsfunktionen hat (bindet Giftstoffe im Körper). Besonders interessant ist eine mögliche Verwendung bei Schnarchen durch intranasale Verabreichung.

Einer Studie mit Heuschnupfen-Patienten zufolge wirkt MSM als ein Antihistaminikum und ist imstande die Beschwerden von Heuschnupfen, wie etwa eine verstopfte Nase zu lindern.

Diese Funktion erfüllt auch OPC (oligomere Proanthocyanidine), ein pflanzliches Antioxidans aus Traubenkernextrakt. Dem OPC werden zudem günstige Auswirkungen unter anderem auf Gefäße, Haut und Bindegewebe, Herz-Kreislauf-System, Allergien und das Immunsystem zugeschrieben.

Trauben

Dies sollen nur zwei kurze, interessante Beispiele aus dem Bereich der Mikronährstofftherapie sein, um das Potenzial aufzuzeigen. Es gibt noch viele weitere sinnvolle Stoffe, auf die im Rahmen dieses Beitrags jedoch leider nicht eingegangen werden kann.

Abschließende Worte

Wie immer freue ich mich sehr über Feedback, Hinweise oder Anregungen in den Kommentaren. Möglicherweise kennen Sie auch einen weiteren besonderen Ansatz zur Befreiung der Nebenhöhlen, den Sie mit anderen Lesern teilen möchten?

Selbstverständlich stellen die vorgestellten Methoden nur einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dar, um verstopfte Nebenhöhlen frei zu bekommen. Es geht mir in diesem Beitrag vor allem darum, Ihr Interesse für eher unbekannte Therapien zu wecken und die enorme Vielfalt an unterschiedlichen Ansätzen vorzustellen.

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(1) comment

jakob 27. Oktober 2017

danke für die vielen guten tipps! vor allem das japanisch heilpflanzenöl ist genial. habe es mir gestern in der apotheke geholt und es hilft mir extrem die nase frei zu krigen. zumindest für eine gewisse zeit. finde das viel besser als ständig etwas in meine empfindliche nase zu sprühen!

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