Drei besondere Formen der Sinusitis – Ein Name, unterschiedliche Ursachen und Verläufe

Unter dem Namen „Sinusitis“ oder Nebenhöhlenentzündung tummeln sich verschiedene Erkrankungen, die in Hinblick auf die anatomische Lage, die Krankheitsursache oder den Verlauf zum Teil recht unterschiedlich sind.

In drei davon gibt dir dieser Artikel einen näheren Einblick. Neben konventionellen Behandlungsmethoden geben wir dir außerdem Tipps, wie du die Sinusitis mit alternativen Therapieoptionen in den Griff bekommen kannst – und von welchen du besser die Finger lässt.

3 Formen der Sinusitis

Die chronische Rhinosinusitis

Bei der chronischen Rhinosinusitis handelt es sich um eine gleichzeitige Entzündung von Nasenschleimhaut (= Rhinitis) und Schleimhaut der Nasennebenhöhlen (= Sinusitis), die bereits seit 12 Wochen oder mehr besteht. Allerdings ist die Sinusitis so gut wie immer mit einer Rhinitis verbunden, so dass zunehmend von chronischer Rhinosinusitis anstelle von chronischer Nasennebenhöhlenentzündung gesprochen wird. An dieser Krankheit leiden nach Schätzungen mindestens 5 Prozent der Bevölkerung.

Während oft angenommen wird, dass sich die chronische Rhinosinusitis meist aus der akuten Form entwickelt, ist dies jedoch längst nicht immer der Fall. Ursache bei der akuten Rhinosinusitis sind meist Viren, bei der chronischen Rhinosinusitis häufig Bakterien oder Allergien. Allerdings sind noch längst nicht alle Ursachen für diese Erkrankungen erforscht. Aktuelle Forschungen zielen unter anderem auf Therapien ab, die an das immunologische Profil des Patienten angepasst sind.

Chronische Rhinosinusitis

Durch die Allergie oder Entzündung kommt es zu einer Schleimhautschwellung, wodurch sich Sekret in den Nasennebenhöhlen staut. Dies bietet ideale Bedingungen für Bakterien. Zu den Symptomen der chronischen Rhinusinusitis zählen eine verstopfte oder aber laufende Nase, Sekret im Rachenbereich, Kopfschmerzen (meist frontal).

Auch kommt es häufig zu Geruchsverlust, vermehrtem Husten oder Niesen sowie Heiserkeit. Oft ist auch der Schlaf gestört, und der Patient neigt vermehrt zum Schnarchen.

Die Behandlung hängt auch davon ab, welches der Symptome den Patienten am meisten stört. Eine Therapie sollte natürlich auch auf die Ursachen abzielen. Erste Linderung verschaffen hier häufig Inhalationen. Im Akutfall einer Rhinosinusitis sind Antibiotika meist nicht nötig, ein Vorteil für den Langzeitverlauf konnte in einer Cochrane-Metaanalyse nicht festgestellt werden. Daher sollten Antibiotika nur eingesetzt werden, wenn ein schwerer Krankheitsverlauf vorliegt oder andere Begleitumstände dies erforderlich machen.

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Bei der chronischen Sinusitis maxillaris sind die größten Nasennebenhöhlen betroffen – die Kieferhöhlen. Sie gehört zu den häufigsten Sinusitis-Formen. Typisch ist ein dumpfer Druck im Kieferhöhlenbereich, der sich vor allem beim Vorbeugen des Körpers bemerkbar macht. Auch pochende Gesichtsschmerzen sind möglich.

Zu den weiteren Symptomen zählen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und eitriges Nasensekret. Die Schmerzen können in den Kiefer ausstrahlen, so dass der Eindruck von Zahnschmerzen entstehen kann. Liegt eine dentogene Sinusitis maxillaris vor, können aber tatsächlich entzündete Zahnwurzeln die Ursache der Nebenhöhlenentzündung darstellen.

Da das Sekret durch die Verengung in der Nase nicht gut auf diesem Wege ablaufen kann, sondern oft in den Rachen gelangt, kann es in der Folge auch zu Bronchienverschleimung und Husten kommen. Darüber hinaus ist die Nasenatmung oft behindert.

Behandlung der Kieferhöhlenentzündung

Bei einer dentogenen chronischen Sinusitis maxillaris muss häufig der entzündete Zahn gezogen werden. Ansonsten kommen bei einer chronischen Sinusitis maxillaris oft nicht-abschwellende Nasensprays zum Einsatz, die auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden können. Unterstützend wirken außerdem Nasenspülungen, Infrarotbehandlung oder Inhalationen mit Kochsalz.

Kieferhöhlenentzündung Behandlung

Darüber hinaus bietet physikalisches Training mit PEP-Geräten die Möglichkeit, die Sekretbildung zu reduzieren, Schleim zu lösen und die Nebenhöhlen zu belüften.

Zum Teil ist eine chronische Sinusitis maxillaris auch Folge einer durch den Pilz Aspergillus hervorgerufenen Entzündung. In diesem Fall wird der Arzt zur Behandlung der Kieferhöhlenentzündung ein Antipilzmittel verschreiben. Falls die Wohnung mit einem Aspergillus-Pilz befallen ist, sollte diese aber selbstverständlich gewechselt oder fachgerecht und nach baubiologischen Gesichtspunkten saniert werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass die Behandlung der Kieferhöhlenentzündung keinen nachhaltigen Erfolg bringt.

Lässt sich eine chronische Sinusitis maxillaris nicht mit konservativen Behandlungsmethoden in den Griff bekommen, bietet sich sich zur Behandlung der Kieferhöhlenentzündung gegebenenfalls eine Sinusitis-OP an.

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Die chronische Sinusitis ethmoidalis

Die chronische Sinusitis ethmoidalis ist deutlich seltener als Entzündungen der Kiefer- oder Stirnhöhlen. Bei der chronischen Sinusitis ethmoidalis ist die Siebbeinhöhle betroffen, die sich in Augenhöhe befindet. Sie setzt sich aus ungefähr zehn etwa erbsengroßen Kapseln zusammen, die in den mittleren und hinteren Nasengang führen. Im Falle einer Sinusitis ethmoidalis drückt das Siebbein in den Nasengang. Dadurch wird die Nasenatmung erschwert, unter Umständen werden weitere Nasennebenhöhlen verschlossen.

Chronische Sinusitis ethmoidalis

Außerdem äußerst sich die Erkrankung durch die Nähe zu den Augen teilweise durch Lidschwellungen und Augenschmerzen. Oft tritt auch Fieber auf. Falls sich die Krankheit zu einer chronischen Sinusitis ethmoidalis auswächst, kommt es außerdem zu Schlappheit, wiederkehrenden Infekten, gesunkener Leistungsfähigkeit, Druckgefühl und ständigen Kopfschmerzen.

Die Behandlungsoptionen entsprechen bei der chronischen Sinusitis ethmoidialis den bereits aufgeführten Therapiemöglichkeiten bei Sinusitis.

Alternative Behandlung bei Sinusitis

Mit konventionellen Methoden, ob konservativ oder OP, ist das Spektrum der Therapiemöglichkeiten für Nasennebenhöhlenentzündungen aber noch nicht ausgeschöpft. Bei manchen hilft schon der Verzicht auf Milchprodukte und/oder Gluten, um der Verschleimung Einhalt zu gebieten. Ein Versuch lohnt sich definitiv, bevor die Entscheidung für eine Nasennebenhöhlen-OP getroffen wird. Falls diese Lebensmittel ursächlich waren, stellt sich ein Erfolg oft schon nach wenigen Tagen ein.

Ist dir ein vollständiger Verzicht auf Gluten zu mühsam, kannst du es für den Anfang auch mit einem Verzicht auf Weizen versuchen. Vielleicht kommst du bereits mit Dinkelprodukten besser klar. Ansonsten gibt es bei Milch- und Glutenunverträglichkeiten mittlerweile eine breite Palette an Alternativen, so dass du auf keinen Genuss verzichten musst. Bei Fertigwaren oder Restaurantgerichten solltest du die Packungsbeschreibung genau lesen bzw. nachfragen, da auch vermeintlich glutenfreie Gerichte je nach Zubereitungsverfahren Mehl oder andere glutenhaltige Produkte enthalten können. Auch Sojasauce ist häufig nicht glutenfrei – hier solltest du zur Variante Tamari greifen.

Bei starker Glutenunverträglichkeit solltest du außerdem Haushaltsgeräte wie Toaster erst gründlich reinigen. Falls du mit Personen zusammenlebst, die weiterhin glutenhaltige Lebensmittel verzehren, lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Geräts. Bei Nahrungsergänzungsmitteln solltest du ebenfalls die Zusammensetzung genau überprüfen.

Glutenfreie Lebensmittel

Linderung bietet außerdem häufig das Gurgeln mit einer Kurkumalösung, die du aus einem halben Teelöffel Kurkumapulver und einem Glas warmen Wasser leicht herstellen kannst. Kurkumatee wirkt sich ebenfalls förderlich aus. Kurkuma wirkt entzündungshemmend, antibiotisch und antiviral – perfekt also, wenn du unter einer Sinusitis leidest.

Sehr wirksam können Spülungen der Nasennebenhöhlen mit einer Solelösung sein. Am einfachsten funktioniert dies mit einer Nasendusche. Hierfür löst du einen halben Teelöffel Salz in einer Tasse mit heißem Wasser auf und lässt die Lösung abkühlen, bis sie eine angenehme Wärme erreicht hat. Wenn dir Nasenspülungen nicht zusagen, sind auch Inhalationen sehr empfehlenswert. Dafür stellst du eine mit heißem Wasser gefüllte Schüssel auf den Tisch, legst dir ein Handtuch über den Kopf und beugst dich mit geschlossenen Augen über die Schüssel. Eine Solelösung ist bei dieser Behandlungsvariante ebenfalls sehr wohltuend.

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Weniger bekannte Alternativen

Auch reine ätherische Öle wie Pfefferminz, Cajeput, Eukalyptus oder Wacholder können den Effekt verstärken. Falls du zu Allergien neigst, solltest du auf den Einsatz von ätherischen Ölen oder anderen Duftbeigaben besser verzichten. Da ätherische Öle Allergien gegebenenfalls auch auslösen können, setzt du diese generell nur dann ein, wenn mildere Optionen nicht zum Erfolg führen. Sofern du ätherische Öle bereits gern einsetzt und gut verträgst, kann ein auf den Schläfen einmassierter Tropfen sehr wirksam gegen durch die Nasennebenhöhlenentzündung verursachte Kopfschmerzen sein. Besonders effektiv ist hier beispielsweise das japanische Minzöl.

Antikörper Bakterien

Manch einer schwört gerade auch bei einer chronischen Sinusitis auf kolloidales Silber. Der Nutzen wird allerdings kontrovers diskutiert. Auch wenn es von einigen als antibakterielles Mittel ohne Resistenzbildung gefeiert wird, können Bakterien durchaus auch gegen Silber Resistenzen entwickeln. Das kolloidale Silber steht außerdem in Verdacht, biochemische Prozesse im Körper zu stören.

Im Tierversuch hat sich das Mittel bisher als eher schädlich für das Immunsystem erwiesen. Bei monatelanger Einnahme kann es durch Einlagerungen sogar zu einer blau-schwarzen Verfärbung von Haut und Schleimhäuten kommen.

Dies stellt zwar kein gesundheitliches Problem dar, geht aber auch nach Absetzen des kolloidalen Silbers nicht zurück. Darüber hinaus kann es zu Nebenwirkungen wie Geruchsempfindlichkeit, Nierenschäden, Geschmacksstörungen oder Krampfanfälle kommen. Insbesondere während einer Schwangerschaft sollte darauf verzichtet werden. Bei bestimmten Medikamenten wie Thyroxin, Penicillamin und einigen Antibiotika können zudem Wechselwirkungen auftreten.

Welche Therapiemöglichkeiten du stattdessen noch nutzen kannst, um deine chronische Sinusitis zu heilen, zeigen wir dir in unserem Sinusitis Heilen Ebook.


Tags: chronische Rhinosinusitis; chronische Sinusitis maxillaris; Kieferhöhlenentzündung Behandlung

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