Sinusitis-News (2) Neue Ansätze aus der Sinusitis-Forschung

Neues aus der Sinusitis-Forschung

Sinusitis-Forschung chronische sinusitis heilen

Können bestimmte Antikörper zur Verkleinerung von Nasenpolypen und ein Enzym aus dem Meer zur Auflösung des nasalen Biofilms wichtige Waffen im Kampf gegen die chronische Sinusitis werden?

In diesem Blog-Artikel möchte ich Sie auf zwei interessante und vielversprechende Ansätze der Sinusitis-Forschung aus der kürzeren Vergangenheit aufmerksam machen. Weitere neuartige und weitgehend unbekannte Therapieformen finden Sie in meinem Sinusitis Heilen Ebook.

Die Polyposis nasi

Bei nicht wenigen Betroffenen geht die chronische Sinusitis mit einer sogenannten Polyposis einher. Die Polyposis nasi ist eine Unterform der chronischen Sinusitis. Bei dieser treten zahlreiche Polypen im mittleren Nasengang auf. Im Extremfall können diese die gesamte Nase ausfüllen.

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut, die häufig die Nasenatmung behindern. Auf diese Weise können sie zu Symptomen wie Riechstörungen, Schmerzen und Druckgefühlen führen. Einige Patienten leiden zudem unter Schnarchen und Schlafstörungen, die ihre Lebensqualität mindern können.

Zur Behandlung kommen meist Kortison und teilweise auch Antibiotika zum Einsatz. Wenn die gängige medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg erzielt, wird von HNO-ärztlicher Seite oftmals zur operativen Entfernung geraten. Die Rezidivrate (Häufigkeit des Wiederauftretens) ist jedoch leider sehr hoch. Die schulmedizinische Behandlung kann also aus persönlicher Sicht weder konservativ noch operativ überzeugen.

Eine hochdosierte systemische (im ganzen Körper wirkende) Kortisonbehandlung bewirkt zwar häufig eine vorübergehende Symptomfreiheit, der Erfolg ist jedoch meist nicht von langer Dauer. Zudem sind die Nebenwirkungen nicht zu vernachlässigen.

Aus diesem Grund wird stetig nach Behandlungsalternativen geforscht.

Neues aus der Sinusitis-Forschung #1

Speziell entwickelte Antikörper sollen bei einer Nebenhöhlenentzündung helfen können

Die gesuchte Behandlungsalternative könnten in der schulmedizinischen Behandlung möglicherweise bald spezifische Antikörper darstellen.

Die Antikörper Dupilumab, Mepolizumab und der IgE-Antikörper Omalizumab wurden (neben anderen) in erster Linie für die Behandlung von Asthma entwickelt. Hier erzielten sie eine gute Wirkung, erste entsprechende Medikamente werden nun zugelassen.

Banner CSH EbookInteressant könnten diese Forschungsarbeiten allerdings auch für Patienten mit einer chronischen Sinusitis sein. Mehrere Studien weisen nämlich auch auf eine positive Wirkung bei der Polyposis nasi hin.

Beispielsweise konnte der Antikörper Dupilumab in einer Studie mit 60 Patienten, denen eine Polyposis endoskopisch nachgewiesen wurde, die Polypenmasse deutlich vermindern und die Beschwerden (Druckgefühl, Riechstörungen etc.) bessern. Dennoch werden wohl weitere Studien notwendig sein, um eine Zulassung für die Indikation der Polyposis nasi zu erhalten.

Auch Mepolizumab und der IgE-Antikörper Omalizumab konnten in klinischen Studien eine Wirkung bei der Polyposis nasi erzielen. Besondere Hoffnung stecken Ärzte in die Entwicklung von Anti-IgE-Antikörpern, mit denen eine neue Wirkstoffklasse zur Behandlung von nasalen Erkrankungen zur Verfügung stehen soll. Weitere Studien müssen die ersten Ergebnisse jedoch noch bestätigen.

Neues aus der Sinusitis-Forschung #2

Schleimbrecher aus dem Meer?

Eine andere sehr erstaunliche Entdeckung machten britische Forscher eher zufällig. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, von Algen befallene Schiffsrümpfe reinigen zu können, stießen sie auf ein Bakterium, das Biofilme produziert. Ein Biofilm ist ein schleimumhüllter Keimrasen, der schwer angreifbar und deshalb auch relativ resistent gegen Antibiotika ist. Zudem können Biofilme Erreger vor dem menschlichen Immunsystem “schützen“.

Wie das Forscherteam herausfand, sind die Meeresbakterien in der Lage, bei Bedarf ein Enzym namens NucB zu produzieren, um den Biofilm wieder lösen zu können. Diese Entdeckung könnte für die zukünftige Therapie der chronischen Sinusitis nicht ganz unbedeutend gewesen sein.

Wie Untersuchungen zeigen konnten, haben vor allem hartnäckige Biofilme maßgeblichen Anteil daran, dass eine Sinusitis chronisch anhält. Die Keime, die bei den betroffenen Patienten die Entzündung in den Nasennebenhöhlen auslösen, bilden einen äußerst widerstandsfähigen Biofilm aus, den weder entsprechende Medikamente noch das menschliche Immunsystem durchdringen können.

Um das medizinische Potenzial von NucB zu untersuchen, wurden in einer anschließenden Studie Biopsien der Nasenschleimhaut von 20 Patienten entnommen, die an chronischer Sinusitis litten. Die Forscher analysierten die Wirkung von NucB auf insgesamt 24 Bakterienstämme, die aus den Proben isoliert wurden und allesamt Biofilme produzieren. Das Enzym war immerhin in der Lage, 14 der 24 robusten Biofilme aufzulösen.

Die Wissenschaftler sehen darin ein riesiges Potenzial für chronisch Sinusitis-Erkrankte. Wenn es möglich wäre, das Enzym beispielsweise als Nasenspray einzusetzen, könnten die Erreger um ihre Chance gebracht werden, sich vor Antibiotika oder dem Immunsystem zu “verstecken“. Zuvor muss allerdings noch die Sicherheit des Enzyms getestet und ein industrieller Partner gefunden werden, um ein entsprechendes Medikament auf den Markt bringen zu können.

Ich versuche Sie zur Sinusitis-Forschung selbstverständlich – wie immer – auf dem aktuellen Stand zu halten.

Interessante Infoseiten: „Sinusitis-Erfahrungen“ – „Sinusitis-Hintergründe“ – „Sinusitis-Therapie

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